Kapitel 17

 

Das Manifest

 

aus „Mormonism – Shadow or Reality?“ von Jerald und Sandra Tanner

 

(übersetzt von Manfred Trzoska)

 

John Taylor, der dritte Präsident der Mormonenkirche, machte 1879 folgende Aussage: „Ich erinnere mich, dass ich vor etwa drei oder vier Jahren hier vor Gericht gefragt wurde…: ‚Glauben Sie daran, den Gesetzen der Vereinigen Staaten gehorsam zu sein?’ ‚Ja, allen mit AUSNAHME VON EINEM’ - tatsächlich hatte ich dieses aber nicht gebrochen. ‚Welches Gesetz ist das?’ ‚Das Gesetz in Bezug auf POLYGAMIE.’“ (Journal of Discourses, Bd. 20, Seite 317)

 

Thomas G. Alexander, Assistierender Professor der Geschichte an der Brigham-Young-Universität, gibt zu, dass die Mitglieder der Mormonenkirche sich dem Gesetz widersetzten:

 

„Einige behaupten, dass die Mormonen, weil sie gesetzesgehorsam waren, die Vielehe aufgaben, nach dem das Höchste Gericht die Antipolygamie-Gesetzesvorlagen als verfassungsgemäß verkündete. Aber lange nach dem Reynolds-Beschluss wurden Kirchenmitglieder vor Gericht gebracht, um verurteilt zu werden, die den Richtern erzählten, dass das Gesetz Gottes höher wäre als das Gesetz des Landes und vornehmlich Gehorsam verdient. Das Manifest, das offiziell die Polygamie als Kirchenpraktik beenden sollte, wurde nicht vor 1890 herausgegeben und Exkommunikation wegen der Ausübung der Vielehe kam nicht vor 1904 vor. (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Summer 1966, p.128)

 

Die Mormonen fuhren öffentlich damit fort, Polygamie zu predigen, bis zum Jahr 1890. Während dieser Zeit lehrten die Führer, dass Vielehe zum dauerhaften Bestandteil der Kirche werden wird und dass sie nie aufgehalten werden wird. Heber C. Kimball, erster Ratgeber zu Brigham Young, machte folgende Aussagen:

 

„Wenn Sie gegen das kämpfen, was ‚Lehre von geistigen Frauen’ genannt wird, die Patriarchalische Ordnung, die von Gott ist, wird dieser Kurs sie mit einem Geist des Abfalls zerfressen und sie werden über Bord gehen…

Der Grundsatz der Vielheit von Frauen WIRD NIEMALS WEGGENOMMEN WERDEN, obwohl einige Schwestern Offenbarungen gehabt haben, wenn diese Zeit vorübergeht und sie durch den Schleier gehen, dass jede Frau einen Ehemann für sich haben wird.“ (Deseret News, 7. November 1855)

 

„Einige lauschen still denjenigen, die gegen die Diener des Herrn sprechen, gegen seine Gesalbten, gegen die VIELHEIT VON FRAUEN und gegen fast jeden Grundsatz, den Gott offenbart hat. Solche Personen haben ein halbes Dutzend TEUFEL ALLE ZEIT BEI SICH. IHR KÖNNTET GENAUSO GUT DEN ‚MORMONISMUS’ verleugnen und euch von ihm abwenden, sowie GEGEN DIE VIELHEIT VON FRAUEN KÄMPFEN. Lasst die Präsidentschaft dieser Kirche und die Zwölf Apostel und alle Autoritäten sich vereinigen und mit einer Stimme sagen, dass sie gegen die Lehre kämpfen werden, so WERDEN SIE ALLESAMT VERDAMMT WERDEN. (Journal of Discourses, Bd. 5, p. 203).

 

„Ich spreche von der VIELHEIT VON FRAUEN als einen der HEILIGSTEN GRUNDSÄTZE, die Gott je dem Menschen offenbarte, und all jene, die einen Einfluss dagegen ausüben, denen er gelehrt wird, Mann oder Frau, WERDEN VERDAMMT SEIN, und sie und alle, die von ihnen beeinflusst werden, werden die Schläge Satans im Fleisch erleiden; denn der FLUCH GOTTES wird über sie kommen und Armut, Not und Ärgernis des Geistes wird ihr Teil sein…“ (Ebenda, Bd. 11, S. 211)

 

„Es wäre für die Vereinigten Staaten ebenso so leicht, einen TURM ZU BAUEN, UM DIE SONNE ZU ENTFERNEN, WIE DIE POLYGAMIE ZU ENTFERNEN, oder die Kirche und das Königreich Gottes. (Millennial Star, Bd. 28, S. 190)

 

John Taylor, der der dritte Präsident der Kirche wurde, machte folgende Aussagen:

 

„Woher kommt dieses Gebot in Bezug auf Polygamie? Es kommt auch von Gott… Joseph Smith sagte es anderen, er sagte es mir, und ich kann davon Zeugnis geben, ‚dass diese Kirche und dieses Königreich keinen Fortschritt machen könnte, wenn dieser Grundsatz nicht eingeführt worden wäre’… Wenn ich irgendjemanden von unseren Leuten sehe, wie sie gegen einen Grundsatz dieser Art kämpfen, hätte ich sie vor Jahren auf die Schnellstraße zum Abfall gesetzt, und ich tue es heute; ICH BETRACHTE SIE ALS ABTRÜNNIGE und nicht als an diese Kirche und an diesem Königreich Interessierte.“ (Journal of Discourses, Bd. 11, Seite 221)

 

„Gott hat uns eine Offenbarung in Bezug auf die celestiale Ehe gegeben. Ich habe sie nicht gemacht. Er hat uns bestimmte Dinge in Bezug auf diese Angelegenheit gesagt und sie hätten es gern, dass wir diesen Grundsatz abmildern, und ÄNDERN und ihn den Ansichten von heute anpassen würden. DIES KÖNNEN WIR NICHT TUN; auch können wir uns in keines der Gebote Gottes einmischen, um den Überredungen und Geheißen der Menschen nachzugeben. ICH KANN ES NICHT TUN UND WERDE ES NICHT TUN.

Ich finde einige Männer, die versuchen, die auf jede Art und Weise versuchen, SICH UM DIESEN GRUNDSATZ HERUM ZU WINDEN. SIE WOLLEN SICH auf irgendeine Weise HERAUS SCHLEICHEN. Nun möchte Gott keine Form von Kriecherei, wie diese… Uns wurde auch gesagt, dass es nicht angemessen ist, dass Männer, die meinem Gesetz nicht gehorchen wollen, über mein Priestertum präsidieren sollen… Er hat uns gesagt, was zu tun ist, wir werden es tun im Namen des Gottes Israels – und alle, die es billigen, mögen Amen sagen… Wenn Gott uns etwas für unsere Herrlichkeit und Erhöhung eingeführt hat, DÜRFEN WIR ES NICHT WEGSCHIESSEN durch irgendeinen schlechten Einfluss weder INNERHALB noch außerhalb der Kirche des lebendigen Gottes.“ (Journal of Discourses, Bd. 25, S. 309-10)

 

Der Apostel Orson Pratt erklärte:

 

„Gott hat uns Heiligen der Letzten Tage gesagt, dass WIR VERDAMMT SEIN WERDEN, WENN WIR NICHT IN DIESEN GRUNDSATZ EINTRETEN; und dennoch habe ich heute und damals … einen Bruder oder eine Schwester sagen gehört: ‚Ich bin ein Heiliger der Letzten Tage, aber ich glaube nicht an Polygamie.’ Oh, was für ein absurder Ausspruch! WAS FÜR EINE ABSURDE VORSTELLUNG! Jemand könnte genauso gut sagen: ‚Ich bin ein Jünger des Herrn Jesus Christus, aber ich glaube nicht an ihn.’ Das eine ist genauso konsequent wie das andere… wenn die Lehre der POLYGAMIE, wie sie den Heiligen der Letzten Tage offenbart worden ist, NICHT WAHR IST, WÜRDE ICH KEINEN PFIFFERLING FÜR ALL EURE ANDEREN OFFENBARUNGEN GEBEN, DIE DURCH JOSEPH, DEN PROPHETEN, KAMEN. ICH WÜRDE AUF SIE ALLE VERZICHTEN, da es gemäß den Offenbarungen, die in diesen Büchern enthalten sind, gänzlich unmöglich ist, zu glauben, dass ein Teil von ihnen göttlich – von Gott – ist, und ein anderer Teil vom Teufel… Ich hoffte, es gäbe mehr Intelligenz und ein größeres Verständnis von diesem Prinzip unter den Heiligen der Letzten Tage, als zu vermuten, dass irgendjemand ein Mitglied dieser Kirche in gutem Stand sein und dennoch die Polygamie verwerfen könnte. Der Herr hat gesagt, dass DIEJENIGEN, DIE DIESEN GRUNDSATZ VERWERFEN, IHRE ERLÖSUNG VERWERFEN; SIE WERDEN VERDAMMT SEIN, sagt der Herr…

Nun möchte ich ein wenig prophezeien… Ich möchte prophezeien, dass ALLE MÄNNER UND FRAUEN, DIE DIE OFFENBARUNG BEKÄMPFEN, DIE GOTT IN BEZUG AUF DIE POLYGAMIE GEGEBEN HAT, SICH SELBST IN FINSTERNIS FINDEN WERDEN; der Geist Gottes wird sich genau in dem Augenblick ihres Widersetzens gegenüber diesem Grundsatz von ihnen zurückziehen, BIS SIE SCHLIESSLICH ZUR HÖLLE HINUNTER GEHEN UND VERDAMMT SEIN WERDEN, wenn sie nicht Buße tun…

Nun, wenn ihr in die Finsternis geraten wollt, Brüder und Schwestern, beginnt, diese Offenbarung zu bekämpfen. Schwestern, ihr beginnt, eurem Ehemann gegenüber zu sagen, oder Ehemänner, ihr beginnt, vor euren Frauen zu sagen: ‚Ich glaube nicht an den Grundsatz der Vielehe und ich beabsichtige, meine Kinder dagegen anzuweisen.’ Kämpft auf diese Weise dagegen und lehrt eure Kinder, dasselbe zu tun, und wenn ihr NICHT SO DUNKEL WIE DIE MITTERNACHT WERDET, DANN GIBT ES IM MORMONISMUS KEINE WAHRHEIT.“ (Journal of Discourses, Bd. 17, S. 224- 25)

 

Brigham Young, der zweite Präsident der Mormonenkirche, machte folgende Aussagen:

 

„Nun, wenn jeder von euch die VIELHEIT VON FRAUEN VERLEUGNEN WIRD und das auch weiterhin tut, so verspreche ich, dass ihr VERDAMMT sein werdet; und ich will noch weiter gehen und sagen: Nehmt diese Offenbarung, oder jede andere Offenbarung, die der Herr gegeben hat, und verleugnet sie in euren Herzen und ich verspreche, dass IHR VERDAMMT SEIN WERDET.“ (Deseret News, 14. November 1855)

 

„Ich hörte die Offenbarung über Polygamie, und ich glaubte an sie mit meinem ganzen Herzen und ich weiß, dass sie von Gott ist -… “Denkt ihr, dass wir je als ein Staat in die Union aufgenommen werden, ohne den Grundsatz der POLYGAMIE zu VERLEUGNEN?“ WENN WIR BIS DAHIN NICHT AUFGENOMMEN WERDEN, WERDEN WIR NIEMALS AUFGENOMMEN WERDEN. (Deseret News, 10. Oktober 1866)

 

„Uns wird gesagt, dass wir, wenn wir die POLYGAMIE aufgeben – von der wir wissen, dass sie eine Lehre ist, die vom Himmel offenbart wurde… - aber nehmen wir einmal an, diese Kirche würde diese heilige Ordnung der Ehe AUFGEBEN, dann würde der TEUFEL und alle, die mit ihm gegen die Sache Gottes verbündet sind, sich darüber FREUEN dass sie ÜBER DIE HEILIGEN GESIEGT hätten, DASS SIE SICH WEIGERN, EINER DER OFFENBARUNGEN UND GEBOTE GOTTES an sie ZU GEHORCHEN.“ (Journal of Discourses, Bd. 11, Seite 239)

 

George Q. Cannon, der ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft war, machte folgende Aussagen:

 

„Es hat in den vergangen Jahren einige Aufregung in Bezug auf die VIELEHE gegeben, und einige Leute, die sich Heilige der Letzten Tage nennen, sind fast bereit gewesen, an den öffentlichen Markt zu gehen und um eine Staatliche Regierung zu bitten, für den Preis, diesen Grundsatz unserer Religion aufzugeben für das Vorrecht ein Staat der Union zu werden. Sie sind bereit für den AUSVERKAUF IHRES GLAUBENS als Heilige der Letzten Tage für ihre Verehrung gegen die Macht, die Gott wieder hergestellt hat, nur um ein wenig Anerkennung ihrer Rechte als Bürger zu bekommen… Wenn ein Mann bereit ist, FÜR EINEN TAUSCHHANDEL MIT IRGENDEINEM GRUNDSATZ DER ERLÖSUNG gegen weltlichen Vorteil, dann hat dieser Mann mit Sicherheit die Position erreicht, dass er weltlichen Vorteil höher als ewige Erlösung einschätzt. Können solche Menschen den Geist Gottes behalten und dennoch einen solchen Kurs verfolgen? Nein, das können sie nicht.“ (Journal of Discourses, Bd. 26, S. 7-8)

 

WENN DIE VIELEHE GÖTTLICH IST, WIE DIE HEILIGEN DER LETZTEN TAGE SAGEN, KANN KEINE MACHT AUF ERDEN SIE UNTERDRÜCKEN, es sei denn ihr zertretet und vernichtet das gesamte Volk… Ein Mann, der in diese Kirche eintritt, sollte in der Lage sein, für ihre Grundsätze zu sterben, wenn es nötig ist, und sicher sollte er in der Lage sein, ins Gefängnis zu gehen, ohne darüber zu jammern. Wenn ihr für das Heiraten von mehr als einer Frau zu Gefängnis verurteilt werdet, krümmt euren Rücken und tragt es; bereitet euch vor, die Konsequenzen auf euch zu nehmen.“ (Journal of Discourses, Bd. 20, S. 276)

 

„Da der Grundsatz der Patriarchalischen Ehe jetzt derjenige ist, der so wild angegriffen wird, ist er derjenige, auf dessen Aufgabe solche Personen sich vorbereiten. Ich betrachte solche Männer als ABTRÜNNIGE schon im Herzen. Sie sind GEFÄHRLICHER als unsere offenen Feinde

Es gibt Männer, die sagen: ‚Gebt diese Praktik zu diesem Zeitpunkt auf; vielleicht mag sich die öffentliche Meinung erweichen und dann kann dieser Grundsatz gelehrt und praktiziert werden.’

Ich betrachte solch einen Vorschlag als vom TEUFEL kommend. Es wäre ebenso richtig, für eine kurze Zeit Abtrünnigkeit vorzutäuschen, bis die öffentliche Meinung für uns günstiger werden würde. Sollte es irgendjemanden in der Kirche geben, der den Druck nicht aushalten kann, anstatt von KOMPROMISS zu reden, so soll er SICH STILL AUS DER KIRCHE ZURÜCKZIEHEN. (Juvenile Instructor, Bd. 20, S. 156)

 

Apostel George Teasdale gab folgendes Zeugnis in Bezug auf die Vielehe: „Ich glaube an die VIELEHE ALS EINEN TEIL DES EVANGELIUMS, genauso wie ich an die Taufe durch Untertauchen zur Vergebung der Sünden glaube. Dasselbe Wesen, das mich die Taufe für die Vergebung der Sünden lehrte, lehrte mich die Vielehe und ihre NOTWENDIGKEIT und Herrlichkeit. Kann ich es mir leisten, einen einzigen Grundsatz AUFZUGEBEN? ICH KANN ES NICHT. WENN ICH EINEN GRUNDSATZ AUFGEBEN MÜSSTE, WÜRDE ICH MEINE RELIGION AUFGEBEN MÜSSEN… Ich gebe mein festes Zeugnis, dass die VIELEHE so wahr ist wie jeder Grundsatz, der vom Himmel offenbart worden ist. Ich gebe mein Zeugnis, dass sie eine NOTWENDIGKEIT ist UND DASS DIE KICHE CHRISTI IN IHRER FÜLLE NIEMALS OHNE SIE EXISTIERTE. Wo ihr die Ewigkeit der Ehe habt, seit ihr gebunden, Vielehe zu haben; gebunden, und sie ist eines der Kennzeichen der Kirche Jesu Christi in ihren siegelnden Verordnungen. (Journal of Discourses, Bd. 25, S. 21)

Der Apostel Orson Hyde sagte, dass „Polygamie genau der Grundsatz“ ist, „der DIE MACHT IN STÜCKE BRECHEN WIRD, DIE IHN ABSETZT“. (Journal of Discourses, Bd. 13, Seite 183)

 

Wilford Woodruff, der später der vierte Präsident der Kirche wurde und das Manifest herausbrachte, das angeblich die Ausübung der Polygamie beenden sollte, erklärte 1869 folgendes: „Sollten wir die POLYGAMIE ABSCHAFFEN MÜSSEN, so wäre es nur eine Feder im Vogel, eine Verordnung in der Kirche und im Königreich. Schaffen wir sie ab, dann müssen wir auch die Propheten und Apostel, die Offenbarung und die Gaben und Gnaden des Evangeliums abschaffen, und schließlich UNSERE RELIGION INSGESAMT aufgeben und zu Sektierern werden, und so handeln wie die Welt… WIR KÖNNEN DAS EINFACH NICHT TUN…“ (Journal of Discourses, Bd. 13, S. 166)

F. D. Richards erklärte: „Nun, in unserem Fall hat die Regierung bestimmt, dass Polygamie abgeschafft werden sollte, aber die Regierung des Himmels hat zuvor bestimmt, DASS POLYGAMIE ERRICHTET WERDEN SOLLTE… Jehova wird mit dieser Nation streiten und ihnen zeigen, welches DAS HÖHERE UND EWIGE GESETZ UND WELCHES DAS GERINGERE UND KURZLEBIGERE GESETZ ist.“ (Journal of Discourses, Bd. 20, S. 314-315)

Im Latter Day Saints Millennial Star wurde folgendes gedruckt:

„…der Gott Israels, der diese Dinge weiß, gebot Joseph Smith, den Propheten und den Heiligen der Letzten Tage, diesem Gesetz zu gehorchen ‚oder ihr werdet verdammt sein’, sagt der Herr. Nun, nach Befolgen dieses Gesetzes so viele Jahre lang treten der Kongress der Vereinigten Staaten und die Höchsten Richter der Nation hervor und sagen: ‚Ihr werdet verdammt sein, wenn ihr ihm gehorcht.’ Nun, Heilige der Letzten Tage, was werden wir unter diesen Umständen tun? GOTT SAGT: ‚WIR WERDEN VERDAMMT SEIN, WENN WIR DIESEM GESETZ NICHT GEHORCHEN.’ Der Kongress sagt: ‚Wir werden verdammt sein, wenn wir es tun.’ Das bringt uns genau in die… Lage, in der die Hebräer im feurigen Ofen und Daniel in der Löwengrube waren… Nun, WEM SOLLEN WIR GEHORCHEN? GOTT ODER DEM MENSCHEN? MEINE STIMME IST, DASS WIR GOTT GEHORCHEN… Der Kongress von 1862 und die höchsten Richter von 1879 mit ihren Gesetzen und Entscheidungen haben einen gefährlichen und furchtbaren Schritt getan; ihre Gesetze WERDEN GENAU DAS FUNDAMENT UNSERER REGIERUNG UNTERGRABEN, UND ES WIRD AUSEINANDERREISSEN… (Millennial Star, Bd. 41, S. 242-43)

 


 

Eine Ablichtung von Journal of Discourses, Bd. 5, Seite 203. Heber C. Kimball erklärte, dass ein Mensch ebenso gut den Mormonismus verleugnen könnte, wie gegen die Polygamie zu kämpfen.

 

 

 

Die Mormonen taten alles, was sie konnten, um der Bundespolizei zu entkommen. Kimball Young gibt folgende Information:

 

„Zusätzlich zu FALSCHEN NAMEN, Verkleidungen, Tricks wurde ein GANZES SYSTEM zur Sammlung von Informationen, des Zeichengebens und von Informanten entwickelt. Zum Beispiel würden die KIRCHENAUTORITÄTEN Meldungen an die kleineren Gemeinden über Bewegungen von Bundespolizisten außerhalb von Salt Lake City in Richtung irgendeiner bestimmten Stadt weitergeben. John Read sagt, dass RAFFINIERTE SYSTEME an der Grenze von Idaho und Utah entlang eingerichtet worden waren, und erzählt ein Beispiel… An der Straße wurde ein Wachposten mit einer Schrotflinte stationiert, die er dreimal abfeuern sollte, wenn er die Beamten kommen sah… Er feuerte das Gewehr ab und kurz darauf begannen die Kirchenglocken zu läuten. Der Alarm war erfolgreich und die Polizei kehrte mit leeren Händen zurück.“ (Isn’t One Wife Enough? Seite 396)

 

„In sehr frühem Alter wurden Kinder zu konspiratorischen Operationen angeleitet. Nicht mit Fremden zu reden, Teil des Warnsystems zu sein, und darin belehrt zu sein, perfekt zu täuschen, waren die Elemente ihres Trainings während dieser Jahre, was man mit Sicherheit heute nicht als normal betrachten würde. (ebenda, Seite 402)

 

„Die meisten Heiligen waren loyale und patriotische Amerikaner, dennoch waren sie gezwungen, sich zu verstecken, und verpflichtet zu LÜGEN und sich auf jede Art von TÄUSCHUNG einzulassen, um sich im Namen ihrer Religion zu schützen.“ (ebenda, S. 406-407)

 

Wilford Woodruf, der der vierte Präsident der Kirche wurde, hatte eine bewaffnete Leibwache, die ihn beschützte. In einem Brief, 1887 geschrieben, schreibt Wilford Woodruff:

 

„Ich habe einen großen, kräftigen Mann, der mit mir überall hingeht, Tag und Nacht; er trägt 2 PISTOLEN & EINE DOPPELLÄUFIGE SCHROTFLINTE bei sich und sagt, dass er DIE ‚MARSHALS’ ERSCHIESSEN werde, falls sie kämen, um mich mitzunehmen (sagen Sie dies niemandem), so werde ich also gut bewacht…“ (Brief von Wilford Woodruff an Miss Nellie Atkin, vom 3. September 1887, Mikrofilmkopie vom Original befindet sich in unserem Besitz)

 

In einem Artikel, der im Millennial Star vom 28. Okt. 1865 veröffentlicht wurde, wurde dem Mormonenvolk gesagt, dass sie die Polygamie nicht aufgeben könnten und dass es KEINE Offenbarung geben würde, um diese Praktik zu unterdrücken:

 

„Es ist an der Zeit, dass die Mitglieder der Regierung und die Öffentlichkeit den wahren Stand der Frage und die wahren Themen in dieser Frage verstehen sollten. So wie die Lehre der POLYGAMIE in der religiösen Welt als ‚unwesentlich’ eingestuft wird, ist sie bei den ‚Mormonen’ nicht. ES IST KEINE FRAGE DER LEHRE, DIE MAN AUFGEBEN KÖNNTE, UND DER GLAUBE WÜRDE IN DEM SYSTEM ERHALTEN BLEIBEN. ‚Mormonismus’ ist die Art von Religion, DEREN GESAMTE GÖTTLICHKEIT ENTKRÄFTET UND DEREN WAHRHAFTIGKEIT IN DEM AUGENBLICK GÄNZLICH VERWORFEN WIRD, WANN IRGENDEINES IHRER FÜHRENDEN GRUNDSÄTZE ALS FALSCH ANERKANNT WIRD

Die ganze Frage engt sich dem ‚mormonischen’ Verstand deshalb auf folgendes ein. DIE POLYGAMIE WURDE VON GOTT OFFENBART ODER DAS GESAMTE GEBILDE IHRES GLAUBENS IST FALSCH. Sie zu bitten , SOLCH EINEN GLAUBENSPUNKT AUFZUGEBEN, HIESSE, SIE ZU BITTEN, DAS GESAMTE AUFZUGEBEN, ihr Priestertum als EINE LÜGE, ihre Verordnungen als Täuschung und alles, wofür sie gearbeitet, gelebt, geblutet, gebetet und gehofft haben, als einen ÜBLEN FEHLER UND EINE VERSCHWENDUNG DES LEBENS anzuerkennen.

All dies verlangt der Kongress vom Volk Utahs. Er bittet heute um die Verwerfung ihrer religiösen Ausübung; und da POLYGAMIE IM MORMONENGLAUBEN DIE GRUNDLAGE FÜR DIE BEDINGUNG EINES ZUKÜNFTIGEN LEBENS IST, BITTET ER SIE, IHRE HOFFNUNG AUF ERLÖSUNG HIERNACH AUFZUGEBEN

Um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren, der großen Frage über das, was der Kongress verlangt, so haben wir gezeigt, dass SIE durch die Forderung auf den Verzicht auf POLYGAMIE UM DIE VERWERFUNG DES GESAMTEN GLAUBENS DIESES VOLKES BITTEN. Keine Spitzfindigkeit kann da drum herum führen. ‚Mormonismus’ ist in jeder führenden Lehre wahr oder er ist als System INSGESAMT FALSCH

Es gibt kein Mittelding. DAS KINDISCHE GEBABBEL ÜBER EINE WEITERE OFFENBARUNG IST NUR EIN BEWEIS DAFÜR, WIE UNINFORMIERT MENSCHEN REDEN KÖNNEN. Die ‚Mormonen’ müssen entweder ihre Religion und ihren Gott VERSCHMÄHEN und in den Augen jeder Zivilisation selbstverdammt in dem Augenblick versinken… oder sie machen ruhig mit derselben Aussage weiter wie bisher: ‚Mormonismus’ ist in seiner GESAMTHEIT die Offenbarung Gottes oder NICHTS VON ALLEDEM… diejenigen, die so unweise danach trachten die Regierung aufzuhetzen, werden jedoch lernen, dass es nur eine Lösung für das „Mormonen“-Problem gibt – ‚MORMONISMUS’ ALS GANZES ZUZULASSEN ODER ‚MORMONISMUS’ BLUTIG AUSZURADIEREN. (Millennial Star, 28. Oktober 1865)

 

Die Regierung erhöhte den Druck gegen die Polygamie, aber die Mormonen waren entschlossen, die Praktik weiter fortzusetzen. Unter dem Datum vom 6. April 1884 berichtete Abraham H. Cannon folgendes in seinem Tagebuch: “Während einer Priestertumsversammlung… wurde in Bezug auf die Vielehe die härteste Sprache gebraucht, die ich je hörte, und unter anderem wurde erklärt, dass alle Männer in gutem Stand, die nicht dieses Gesetz beachten und erfüllen würden, aus ihren Plätzen entfernt werden sollten.“

Um das Jahr 1888 schlugen viele Leute vor, dass die Kirche eine neue Offenbarung haben sollte, die die Ausübung der Polygamie unterdrücken würde. Einige Freunde der Kirche gingen sogar so weit, dass sie einen Brief schrieben, in dem sie erklärten, dass die Polygamie nicht mehr ausgeübt werden würde, und sie wollten, dass die Momonenführer ihn dem Volk vorlegen sollten, als hätten sie ihn selbst geschrieben. Die Mormonenführer verwarfen diesen Vorschlag, aber die Tatsache, dass Wilford Woodruff diesen Brief vor dem „Rat der Apostel“ verlesen ließ, zeigt, dass er verzweifelt nach einer Lösung für die Lage der Kirche suchte. L. John Nuttal berichtet folgendes in seinem Tagebuch unter dem Datum vom 19. Dez. 1888:

 

„Brd. Joseph F. Smith ging heute Abend nach Hause, Präs. Woodruff & ich verbrachten den Abend zusammen. Er händigte mir eine Mitteilung aus, die ihm von Freunden aus dem Osten geschickt worden war, damit er handelte, und er beabsichtigte, sie morgen Abend den Aposteln vorzulegen. Sie GIBT SICH als Epistel von den Autoritäten an die Heiligen aus und wiederholt die Passage der Anti-Polygamie-Gesetze. Ihre unbeugsame Geltendmachung zitiert aus dem Buch Lehre und Bündnisse und bemüht sich, Gründe aufzuzeigen, warum die Kirche die Ausübung der Vielehe in der Zukunft und bis die Zeit kommt, dass die Heiligen diesen Grundsatz ihrer Religion unbelästigt ausüben können, öffentlich widerrufen sollte. Ich sah nicht, wie solches (S. 295) in Vereinbarung mit unseren Bündnissen getan werden könnte. Ich dachte nicht, dass dies unsere Feinde zufrieden stellen würde. Dies sind dieselben Ideen, die von Dr. Miller aus Omaha etwa vor 3 Jahren vorgebracht wurden & die Präs. Taylor & Cannon nicht akzeptieren konnten.“ (Journal of L. John Nuttal, Bd. 2, S. 329, der maschinengeschriebenen Kopie an der Brigham-Young-Universität)

 

Am nächsten Tag (20. Dez. 1888) schrieb L. John Nuttal:

„Heute Abend nahm ich an einer Versammlung der RATES DER APOSTEL im Präsidentenbüro teil… Die Mitteilung, die Präs. Woodruff mir letzten Abend aushändigte, wurde von Brd. Woodruff präsentiert, der mich bat, sie vorzulesen, was ich tat; dann las ich sie auf Bitten noch einmal vor. Das jüngste Mitglied wurde dann gebeten, kurz seine Ansichten auszusprechen, und es wurde so fortgefahren, bis alle gesprochen hatten. Die Brüder waren sehr nachdrücklich, während sie sich gegen oder für eine solche Maßnahme aussprachen. Sie hatten das Gefühl, dass es nicht aus der richtigen Quelle gekommen wäre. Es bot nicht mehr als ein Gericht von dicker Suppe für den Verzicht auf unsere Religion. Wenn wir nur einen Teil aufgeben würden, würde man von uns verlangen, alles aufzugeben. Konnten solche Dokumente oder ihre Vorschläge nicht akzeptieren. Ich fühlte mich froh, dass ich derselben Meinung war. (S. 296)“ (Journal of L. John Nuttall, Bd. 2, S. 331 der maschinengeschriebenen Kopie)

 

Abaham H. Cannon machte folgende Bemerkung in seinem Tagebuch unter dem Datum des 12. Juni 1890: „Er [George Q. Cannon] zeigte mir auch ein Papier, das der Staatssekretär Blaine für die führenden Autoritäten der Kirche zur Unterzeichnung vorbereitet hatte, in der sie eigentlich der Vielehe entsagen sollten. Meine Gefühle lehnten sich gegen das Unterzeichnen eines solchen Dokuments auf.“ (Journal of Abraham H. Cannon, 12. Juni 1890, Bibliothek der Brigham-Young-Universität)

 

Kurz bevor die Offenbarung, die als Manifest bekannt ist (das die Ausübung der Polygamie beenden sollte), gegeben wurde, verkündete Lorenzo Snow, der später Präsident der Mormonenkirche wurde, dass nie eine solche Offenbarung kommen würde. Als Lorenzo Snow wegen der Ausübung der Polygamie vor Gericht stand, sagte Herr Bierbower (der anklagende Anwalt) voraus, dass, wenn er für schuldig erklärt werden würde, ‚bald eine neue Offenbarung folgen würde, die das göttliche Gesetz der Celestialen Ehe ändern würde’. Hierauf antwortete Herr Snow: „Welchen Ruhm Herr Bierbower sich als Anwalt auch gesichert haben mag, ALS PROPHET wird er mit Sicherheit VERSAGEN. Auf die ernstesten gerichtlichen Verfolgungen sind nie OFFENBARUNGEN gefolgt, DIE EIN GÖTTLICHES GESETZ ÄNDERTEN, dem gegenüber Gehorsam die Einkerkerung und Märtyrertum einbrachten.

Auch wenn ich ins Gefängnis gehe, WIRD GOTT SEIN GESETZ DER CELESTIALEN EHE nicht ändern. Aber der Mann, das Volk, die Nation, die sich dieser Lehre und der Kirche Gottes widersetzen und dagegen kämpfen, WERDEN VERNICHTET WERDEN.“ (Historical Record, S .144)

 

Obwohl Lorenzo Snow sagte, dass „auf die ernstesten gerichtlichen Verfolgungen nie Offenbarungen gefolgt sind, die das göttliche Gesetz änderten“, gab Wilford Woodruff, der vierte Präsident der Mormonenkirche 1890 das Manifest heraus. Er behauptete, dass das Manifest herausgegeben wurde, um die Verfolgung aufzuhalten, durch die die Kirche gehen müsste, wenn sie mit der Ausübung der Polygamie fortfahren würde. Er erklärte: „Der Herr zeigte mir durch Vision und Offenbarung genau, was passieren würde, wenn wir diese Praktik nicht beendeten… alle Verordnungen würden eingestellt werden… viele Männer WÜRDEN ZU GEFANGENEN GEMACHT WERDEN… Ich ging vor den Herrn und ich schrieb, WAS DER HERR MIR SAGTE…“ (Evidences and Reconciliations, von John A. Widtsoe, 3-bändige Ausgabe, S. 105-6).

 

Der Mormonenschreiber John J. Stewart machte folgende Aussage: „…wegen der extrem bitteren Verfolgung gegen die Kirche wegen [der Vielehe] gab Präsident Wilford Woodruff das Manifest heraus… wodurch ihre allgemeine Ausübung in der Kirche eingestellt wird, während sie weiter als Lehre behalten wird.“ (Brigham Young and His Wives, Seite 29-30)

 

Bevor Wilford Woodruff Präsident der Mormonenkirche wurde, erklärte er, dass die Kirche die Polygamie nicht aufgeben könnte. (Journal of Discourses, Bd. 13, S. 166) Nachdem er Präsident wurde, behauptete er sogar, eine Offenbarung empfangen zu haben, dass er dem Druck der Regierung nicht nachgeben sollte. Unter dem Datum vom 19. Dezember 1889 berichtete Apostel Abraham H. Cannon folgendes in seinem Tagebuch:

 

„Während unserer Versammlung wurde eine Offenbarung vorgelesen, die Präs. Woodruff am Sonntagabend, den 24, November, empfing. Es wurden der Kirche Vorschläge gemacht, den Gerichten in Bezug auf ihre Grundsätze einige Zugeständnisse zu machen. Beide Ratgeber Präs. Woodruffs lehnten es ab, ihm Ratschläge zu machen, welchen Kurs er einschlagen sollte, und deshalb legte er die Angelegenheit vor den Herrn. Die Antwort kam schnell und stark. Das WORT DES HERRN für uns war, NICHT EIN PARTIKEL von dem aufzugeben, was er offenbart und aufgerichtet hatte. Er hatte für Sein Werk gesorgt und für diejenigen Heiligen, die glaubenstreu wären, und Er wird es weiterhin tun, und wir bräuchten keine Angst vor unseren Feinden zu haben, wenn wir uns auf dem Weg unserer Pflicht befinden. Uns wird Erlösung und Befreiung versprochen, wenn wir Gott vertrauen und nicht dem Arm des Fleisches… Die ganze Offenbarung war mit Worten größter Ermutigung und des Trostes angefüllt, und mein Herz wurde während der gesamten Verlesung mit Freude und Frieden erfüllt. Sie brachte alle Zweifel in Bezug auf den Kurs, den wir verfolgen sollten, zur Ruhe.“ (Journal of Abraham H. Cannon, 19. Dezember, 1889)

 

Weil Wilford Woodruff vorher gelehrt hatte, dass mit der Polygamie nicht aufgehört werden könnte und sogar behauptet hatte, diesbezüglich eine Offenbarung empfangen zu haben, waren die anderen Führer der Kirche über sein Manifest verwirrt. Dass es unter den höchsten Führern der Mormonenkirche zu der Zeit, als das Manifest herausgegeben wurde eine Spaltung gab, ist durch Tagebuch des Apostels Abraham H. Cannon bewiesen. Unter dem Datum des 30. Sept und 1. Okt. 1890 berichtete er folgendes:

 

„…Präs. Snow [Präsident des Kollegiums der Zwölf] sagte: …Gott hat ein Recht, Sein Gesetz aufzuschieben, wie er es in der Inspiration, unter der Präs. Woodruff das Manifest schrieb, getan hat, und wie es der Erlöser getan hatte, als er das Gesetz Moses aufhob und den Jüngern erlaubte, am Sabbattag Getreidekörner auszuraufen… John W. Taylor [ein Apostel]: Als ich das erste Mal von diesem Manifest hörte, war mir zu Mute zu sagen ‚ES SEI VERDAMMT’, aber nach weiterem Nachdenken, meinte ich, dass es nicht richtig wäre, so impulsiv zu sein. Ich habe immer noch nicht das rechte Gefühl darüber. Mein Vater, als er Präsident der Kirche war, suchte einen Weg zu finden, dem Konflikt zwischen den Heiligen und der Regierung in der Frage der Vielehe auszuweichen, aber der Herr sagte, dass es ein ewiges und unveränderliches Gesetz wäre und es müsste BESTEHEN BLEIBEN. Präs. Woodruff erhielt vor kurzem eine ermutigende Offenbarung in Bezug auf diesen Grundsatz und nun frage ich mich: ‚Ist der Herr ein Kind, dass Er einfach Seine Meinung ändert?’ Dennoch habe ich das Gefühl, dass der Herr ein Gesetz gibt und es auch wieder wegnehmen kann. - …F. M. Lyman [ein Apostel]: ‚Ich umarme das Manifest und ich habe das Gefühl, dass es Gutes bewirken wird. Ich plane, damit zu leben und Kinder von meinen Frauen zu haben, indem ich die Weisheit gebrauche, die Gott mir gibt, um zu vermeiden, dass ich von den Beamten des Gesetzes eingesperrt werde.’… - John Smith [ein Apostel]: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich sagen kann, dass das Manifest RICHTIG ODER FALSCH ist. Vielleicht sind die Leute dieses Grundsatzes unwürdig und deshalb hat der Herr ihn zurückgezogen. Ich kann nicht damit zufrieden sein aufzuhören, mit meinen Frauen zu leben, es sei denn ich werde eingesperrt.“ („Daily Journal of Abraham H. Cannon“, 30. Sept. und 1. Okt. 1890)

 

Viele Mitglieder der Kirche waren sehr außer sich über das Manifest. Die Vielehefrau von Samuel Spaulding machte folgende Aussage: „Ich war am Tage des Manifests dort im Tabernakel und ich sage Ihnen, es war ein schreckliches Gefühl. Dort verlas Präsident Woodruff das Manifest, dass bewirkte, dass ich KEINE EHEFRAU MEHR war, und es könnte mich obdachlos machen. Ich saß dort bei meiner Mutter und sie schaute mich an und sagte: ‚Wie kannst du dies aushalten?’ ABER ICH STIMMTE DAFÜR, WEIL ES DAS EINZIGE WAR, DAS GETAN WERDEN KONNTE. Ich erhob meine Hand und stimmte einer Sache zu, die aus mir EINE UNGESETZLICHE EHEFRAU machte.“ (Isn’t One Wife Enough?, Seite 411)

Kimball Young zitiert einen anderen Mormonen, wie er sagte: „Ich möchte sagen, als die Polygamie abgesetzt wurde, war es ein schwerer Schlag für mich,… was mich am meisten beunruhigte, war, dass der Herr dem Propheten Joseph Smith sagte, DASS ES EIN STÄNDIGES GESETZ SEIN SOLLTE und nun ist es ABGESCHAFFT.

Könnte es sein, dass der Herr einen Fehler gemacht hat? Diese Frage quälte mich lange Zeit, aber plötzlich kam es zu mir. Dass es immer noch ein ständiges Gesetz ist und es für immer sein wird, aber uns ist es für eine Weile nicht erlaubt, es auszuüben. Nun kann ich mit Leichtigkeit darüber ruhen.“ (Ebenda, Seite 411)

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Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
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