DELCENA JOHNSON

 

Ende 1831 wurden Delcena und Lyman Sherman von Mormonenmissionaren in ihrem Heim in Pomfret, New York, besucht. Sie wurden bald getauft und sie sammelten sich mit anderen Heiligen in Kirtland, Ohio. Sherman wurde schnell ein Kirchenführer und half den Grundstein für den Kirtland-Tempel zu legen. Wilford Woodruff erinnerte sich an Lymans geistige Natur bei einer besonderen Kirtland-Tempel-Versammlung: „Ältester Sherman sang in der Gabe der Zungen & und verkündete großartige & wunderbare Dinge, während er von der Macht & dem Geist Gottes bekleidet war.“

Im Winter 1838 inmitten der Kirchenspaltung in Kirtland zogen Delcena und Ehemann Sherman nach Missouri um, das durch Offenbarung als „Zion“ ausgerufen wurde. Einige Monate nach Ankunft in Far West starb Sherman. Delcenas Bruder Benjamin erinnert sich: „Ich kam in Far West an und fand meine Schwester Delcena als Witwe vor, mit sechs kleinen Kindern, für die ich mein Bestes tun muss, um für ihren Unterhalt zu sorgen...“ Wegen der Unruhe in Missouri war Delcenas Aufenthalt dort nur kurz. Im selben Winter half Benjamin ihrer Familie nach Illinois umzusiedeln. „Hier entschied sich meine Schwester Delcena mit ihren Kindern zu bleiben, bis es bekannt werden sollte, wo der nächste Sammlungsort sein würde.“ Die nächste Sammlung sollte bald im nahen Nauvoo stattfinden.

Ungefähr zu dieser Zeit ging Delcenas Bruder Benjamin auf eine Mission nach Kanada. Er kehrte im Juli 1842 zurück. Er schrieb später: „Die Heirat meiner ältesten Schwester mit dem Propheten [Joseph Smith] geschah vor meiner Rückkehr nach Nauvoo. Und da es zugelassen wurde… stellte ich keine Fragen.“ In Nauvoo wohnte Delcena bei einer anderen Frau Josephs, Louisa Beaman. Weniger als ein Jahr später übten Benjamin, Delcena und Louisa auf Delcenas jüngere Schwester, Almera, ihren Einfluss aus, sie in die Vielehe einzuführen und zu überreden, eine von Josephs Frauen zu werden.

Nach Joseph Smiths Tod im Jahre 1844 heiratete Delcena Almon Babbitt. Maria Lawrence, eine weitere von Josephs Ehefrauen, heiratete ebenfalls Babbitt. Da die meisten Bürger Nauvoo verließen, um nach Utah zu gehen, blieben Delcena und Almon zurück, da Almon mit dem Verkauf der Kirchenimmobilien in Nauvoo beschäftigt war. 1848 ging Babbitt ohne Delcena nach Utah fort. Schließlich, gespannt darauf, sich an dem neuen Sammlungsort anzusiedeln, machte sie sich auf eigene Faust auf nach Utah. Sie schrieb ihrem Bruder Benjamin einen Brief, der nun auf einer Mission auf Hawaii diente, und drückte ihren Wunsch aus: „Meine Gesundheit ist sehr schlecht gewesen, in den letzten neun Monaten sind wir sehr einsam gewesen… wir erwarteten, dass wir in dieser Saison ins Tal gehen würden, aber wurden enttäuscht… Ich wünschte, wir wären auf dem Weg ins Tal, deine Schwester Delcena…“

Nach einer Verzögerung in Council Bluffs und fortwährendem Versagen der Gesundheit auf der Reise, kam Delcena in Utah, ihrem letzten „Zion“ im späten 1854 an. Ihre Zeit dort war kurz, da sie einige Monate später am 21. Okt. starb.

Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
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