EMILY UND ELIZA PARTRIDGE

 

Emily

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und Eliza
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waren die Töchter des Nauvoo-Bischofs Edward Partridge. Als er 1840 starb, hielten Emily, sechzehn, und Eliza, zwanzig, Ausschau, ob sie als Mägde arbeiten könnten, um ihre Familie zu unterstützen. Emily erinnert sich: „Die erste Tür, die sich uns öffnete, war es, zu Präsident Smiths Haus zu gehen, was wir akzeptierten.“ Emily sagte, sie war „ein Kindermädchen, denn sie hatten ein kleines Baby… Das ist, woran ich Freude hatte: Babys hüten… Joseph und Emma waren sehr freundlich zu uns; sie waren fast wie Eltern und ich liebte Emma und die Kinder.“

Nach einem Jahr in Smiths Heim erinnert sich Emily: „… im Frühjahr 1842… sagte Joseph eines Tages zu mir, ‚Emily, wenn du mich nicht verrätst, werde ich dir etwas zu deinem Wohl erzählen.’ Natürlich wollte ich sein Geheimnis bewahren… er fragte, ob ich ihn verbrennen würde, wenn er mir einen Brief schreiben würde. Ich begann zu denken, dass dies nicht das Richtige für mich wäre, und ich fühlte mich miserabler als ich es mir je gewünscht hätte… Ich ging auf mein Zimmer und kniete nieder und bat meinen Vater im Himmel, mich zu leiten… [Weil Joseph darauf bestand] konnte ich mit niemandem auf der Erde  darüber sprechen… Ich bekam keinen Trost, bis ich zurück ging… um zu sagen, dass ich von ihm keinen privaten Brief annehmen könnte. Er fragte mich, ob ich die Sache beendet habe wollte. Ich sagte: Ja.“ Emily erinnert sich: „Er sagte [viele Monate lang] nichts mehr zu mir.“

Bald nachdem Emily Josephs Brief verweigert hatte, lud Elizabeth Durfee, die Joseph im Jahr zuvor geheiratet hatte, Emily und Eliza zu sich nach Hause ein. Emily erinnert sich an die Prüfung: „Sie schnitt das Thema der geistigen Frauen an, wie sie es damals nannten. Sie fragte sich, ob an dem Bericht, den sie hörte, etwas dran ist. Ich dachte, ich könnte ihr etwas sagen, das ihr die Augen öffnen würde, wenn ich es wollte, aber ich tat es nicht. Ich erteilte mir selbst den Rat und sagte nichts.“ Emily erfuhr später, „dass Mrs. Durfee eine Freundin der Vielehe war und alles darüber wusste.“ Auf ihrem Weg von Mrs. Durfee nach Hause brachte Emily genügend Mut auf, um Josephs Angebot ihrer Schwester gegenüber zu erwähnen: „[Eliza] fühlte sich in der Tat für eine kurze Zeit  sehr schlecht, aber es half, sie darauf vorzubereiten, die Grundsätze zu empfangen, die bald danach offenbart wurden.“

Joseph näherte sich Emily noch einmal am 28. Februar 1843, an ihrem neunzehnten Geburtstag. Emily sagte: „Er lehrte mich diesen Grundsatz der Vielehe… aber wir nannten es Celestiale Ehe und er sagte mir, dass dieser Grundsatz ihm offenbart worden wäre, aber es wäre nicht allgemein bekannt.“ Eine Woche später: „Mrs. Durf[ee] kam zu mir… und sagte, dass Joseph gern eine Gelegenheit hätte, mit mir zu reden… Ich sollte ihn am Abend bei Mr. [Heber C.] Kimball treffen.” Weil sie keinen Verdacht erregen wollte, wechselte Emily nicht das Kleid, in dem sie an jenem Tag gearbeitet hatte. „Als ich dort ankam, war niemand zu Hause außer [die Kimball-Kinder] William und Hellen Kimball… Ich wartete nicht lange bis Br. Kimball und Joseph hereinkamen.“ Emily erinnert sich, dass Heber und Joseph die Kimball-Kinder zu den Nachbarn schickten und so taten, als wollten sie auch Emily wegschicken: „Ich machte mich so schnell ich konnte auf den Weg nach Hause, damit sie mich nicht zurückrufen könnten, da ich mich immer noch vor dem Gespräch fürchtete. Bald hörte ich Brd. Kimball rufen: ‚Emily, Emily.’ Ziemlich leise, aber laut genug, dass ich es hören konnte. Ich dachte zuerst, dass ich nicht zurückgehen wollte und beachtete sein Rufen nicht. Aber er rief weiter und war dabei mich einzuholen, also hielt ich an und ging mit ihm zurück.“

Zurück im Heim der Kimballs sprach Joseph zu Emily: „Ich kann nicht alles erzählen, was Joseph sagte, aber er sagte, dass der Herr [ihm] geboten hätte, in die Vielehe einzutreten, und mich ihm gegeben hätte, und obwohl ich sehr erschrocken war, wusste er, dass ich ihn dennoch haben wollte… Nun, ich wurde an Ort und Stelle verheiratet. Joseph ging seinen Weg nach Hause und ich ging meinen allein. Eine merkwürdige Art, verheiratet zu werden, nicht wahr?“ Obwohl sie ihre Hochzeitsnacht nicht zusammen verbrachten, sagte Emily, dass sie bei anderen Gelegenheiten mit Joseph schlief. Josephs Eigentumsverwalter in Macedonia, Benjamin Johnson, erinnert sich daran, wie das Paar dorthin reiste: „Der Prophet… kam und… belegte dasselbe Zimmer & dasselbe Bett mit… der Tochter des verstorbenen Bischofs Partridge.“

Vier Tage nach seiner Heirat mit Emily heiratete Joseph Emilys Schwester Eliza. Die Einzelheiten über den Heiratsantrag und die Heirat sind rar. Eliza führte ein Tagebuch, aber verbrannte es später weil es „zu voll“ war. Jahre später schrieb sie: „Während [wir in Josephs Haus wohnten], lehrte er uns den Plan der Celestialen Ehe und bat uns, mit ihm in diese Ordnung einzutreten. Dies war wahrhaft eine große Prüfung für mich, aber ich hatte blindes Vertrauen in ihn als einen Propheten des Herrn und [konnte] nicht anders als seinen Worten zu glauben und akzeptierte selbstverständlich das Vorrecht, an ihn als eine Frau für Zeit und alle Ewigkeit gesiegelt zu werden.“ Über die Eheschließungen sagte Emily: „keine von uns wusste damals von der anderen, alles war so geheim.“

Ungefähr zu dieser Zeit führte Joseph erwählte Männer in die Endowmentzeremonie ein. Er lehrte, dass sie für die Erhöhung notwendig wäre. Frauen würden ebenfalls das Endowment empfangen und Joseph wollte, dass seine Frau Emma die „Erwählte Dame“ wäre: die erste Frau, die das Endowment empfing. Sie würde es dann an die anderen Frauen austeilen. Das Endowment verlangte von einer Frau, dass sie ihrem Mann gehorsam ist. Weil Emma sich der Vielehe widersetzte, wollte Joseph sie nicht an dem Endowment teilhaben lassen und riskierte somit ihre eigene Erhöhung und auch den Aufschub der zeremoniellen Endowments für andere Frauen. Diese Bürde tragend stimmte Emma zu, Joseph zusätzliche Frauen heiraten zu lassen, vorausgesetzt sie könnte sie auswählen. Unwissend über ihre Eheschließungen mit Joseph Monate zuvor, wählte Emma ihre Haushaltshilfen Emily und Eliza aus. Emily erinnert sich: „Ich weiß nicht, warum sie uns ihm gab, es sei denn, wir waren dort, wo sie uns besser beobachten konnte…“ Emily fuhr fort: „Um Familienprobleme zu ersparen, hielt Bruder Joseph es für das Beste, nochmals eine Zeremonie durchzuführen… [Emma] hatte ihre Gefühle und so dachten wir, dass es nicht nötig wäre, irgendetwas darüber zu sagen, so lange sie uns selbst ausgewählt hatte… Dementsprechend… wurden wir an JS eine zweites Mal gesiegelt, in Emmas Gegenwart.“ Innerhalb einer Woche empfing Emma ihr Endowment.

Aber Emmas Kapitulation hielt nicht lange an. Emily erinnert sich: „Wir verblieben hiernach etliche Monate in der Familie… Sie ließ uns eines Tages in ihr Zimmer holen. Joseph war zugegen und schaute wie ein Märtyrer. Emma sagte einige sehr harte Dinge… Sie wollte lieber, dass ihr Blut gerinnt… als auf diese Weise beschmutzt zu werden… Joseph kam zu uns und schüttelte uns die Hände, und es sollte so verstanden werden, dass zwischen uns alles zu Ende wäre. Ich für meinen Teil meinte, dieses Versprechen halten zu müssen, zu dem ich gezwungen wurde. Emily fuhr fort: „Wir schauten auf die Bündnisse, die wir als heilig geschlossen hatten.“ Joseph arrangierte für Emily und Eliza den Auszug aus dem Heim der Smiths. Emily schrieb: „Ich erinnere mich nicht mit Joseph [gesprochen] zu haben, außer einmal… nachdem ich das Herrschaftshaus verlassen hatte, und das war kurz bevor er sich auf den Weg nach Carthage machte.“ Joseph wurde am 27. Juni 1844 in Carthage getötet.

Von Emma sprechend sagte Emily: „Ich denke, dass Emma es immer bedauerte, dass sie damit zu tun gehabt hatte, uns in solch prüfende Umstände zu bringen… Aber sie hätte sich dafür nicht die Schuld geben müssen… denn es wäre dasselbe gewesen, mit oder ohne ihre Zustimmung… Ich habe nie für die Handlung Buße getan, die mich zu einer Vielehefrau… Joseph Smiths  machte und mich für Zeit und alle Ewigkeit an ihn band.“

 

 

Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
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