Kummer durch Polygamie

 

Die Tatsache, dass die Vielehe vielen betroffenen Frauen großen Kummer brachte, kann kaum geleugnet werden. Heber C Kimball bemerkte einmal: „Es gibt ein Menge Streitereien in den Häusern und Ringen um Macht und Vorherrschaft; und die zweite Frau ist gegen die erste Frau, in einigen Fällen vielleicht.“ (Journal of Discourses, Bd. 4, S.178) 

 

Brigham Young machte folgende Aussagen:

“Unsere Schwestern brauchen sich über keine der Lehren Sorgen zu machen. Bruder Penrose sagte, dass es für sie besser wäre, wenn sie an die Lehre der Polygamie glauben würden. Aber sie glauben an sie; sie wissen, dass sie wahr ist, und das ist ihre QUAL. Sie verwirrt und ärgert viele von ihnen, weil sie nicht durch den Geist von ihr geheiligt sind; wenn sie es wären, es gäbe es kein Problem.“ (Journal of Discourses, Bd. 12, S. 312)

 

„Vor wenigen Jahren sagte eine meiner Frauen, als sie über Frauen sprach, die ihre Männer verließen: ‘Ich möchte, dass die Frauen meines Mannes ihn verlassen, jede Seele von ihnen AUSSER MEINER.’ SO FÜHLEN SIE SICH ALLE, mehr oder weniger, hin und wieder, sowohl alt als auch jung.“ (Journal of Discourses, Bd. 9, S. 195)

 

„Schwestern, wollt ihr euch glücklich machen? Was ist also eure Pflicht? Es ist eure Sache, Kinder zu gebären,… martert ihr euch, indem ihr denkt, dass euer Ehemann euch nicht liebt? Es würde mich nicht kümmern, ob SIE EIN TEILCHEN LIEBTEN ODER NICHT; sondern ich würde losschreien, wie einer der Alten, in der Freude meines Herzens: ‚Ich habe einen Mann vom Herrn erhalten!’ ‚Hallelujah! Ich bin eine Mutter…’“ (ebenda, S. 37)

 

Stanley P. Hirshon gibt folgende Information: „1869, als die New York World die Verantwortlichkeiten von Mormonenfrauen beschrieb, offenbarte Zina Huntington unbeabsichtigt, wie einsam und unglücklich sie und die anderen Frauen Youngs wären. ‚Es ist die Pflicht einer Erstfrau, ihren Ehemann nicht mit selbstsüchtiger Hingabe zu betrachten, die seine ganze Gesellschaft, Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen würde’, bemerkte sie, ‚anstatt anderen Frauen ebenfalls Aufmerksamkeiten zu schulden, worauf sie ein Anrecht haben. Sie findet, bevor sie viele Jahre das Oberhaupt eines polygamen Haushalts gewesen ist, dass sie ihren Ehemann mit GLEICHGÜLTIGKEIT betrachten muss und mit keinem anderen Gefühl als dem der Ehrfurcht, denn LIEBE BETRACHTEN WIR ALS EIN FALSCHES GEFÜHL, ein Gefühl, das in der Polygamie nicht existieren sollte… wir glauben an den guten alten Brauch, wodurch Ehen durch die Eltern der jungen Leute arrangiert werden sollten.’“ (The Lion of the Lord, S. 229-230)

 

Eine der Frauen Heber C. Kimballs bezeugte, dass es in ihrer Verbindung mit ihm keine Liebe gegeben hatte:

 

„Ich wurde 1845 an Heber C. Kimball verheiratet,… Ich heiratete im Tempel;…

Ich fragte Mr. Kimball nie danach, wie viele Frauen er damals hatte, als ich ihn heiratete. Ich weiß nicht, wie viele er außer mir hatte, nachdem ich ihn geheiratet hatte. Ich fragte ihn nie, ob er mehr Frauen als mich hatte oder nicht.

Es gab ÜBERHAUPT KEINE LIEBE in der Verbindung zwischen mir und Kimball und es ist gänzlich meine Sache, ob es ein Werben gab oder nicht.“ (Temple Lot Case, S. 375)

 

Es ist fast unmöglich, sich den Kummer vorzustellen, durch den die Mormonenfrauen gingen. Joseph Lee Robinson, der selbst ein Polygamist und ein treues Mitglied der Kirche war, machte folgenden Kommentar: „Die Vielehe… ist in ihrem Wesen so berechnet, die Frauen ernsthaft zu prüfen, sogar fast bis zum HERAUSREISSEN IHRER HERZEN…“ (Journal and Autobiography of Joseph Lee Robinson, S. 60)

In einem Brief vom 4. Nov. 1856 aus Great Salt Lake City offenbart Ellen Spencer Clawson den Kummer ihrer Vielehe. Ihr Mann hatte gerade eine andere Frau genommen:

 

„Dein Brief begann mit einer Heirat, also auch meiner. Gerade vor zehn Tagen brachte Hiram eine neue Frau nach Hause, nicht mehr oder weniger als Miss Alice Young,… während sie gerade zu Pferd ausgeritten sind und ich allein bin, fühle ich mich, als würde es mir gut tun zu schreiben, denn mein Herz ist ZIEMLICH SCHWER. Ich habe nie gedacht, dass es mir noch einmal etwa ausmachen würde, auch wenn Hiram ein Dutzend Frauen bekäme, aber es scheint, als kämen meine Gemütsbewegungen mit doppelter Kraft zurück, nun fühle ich mich so, als hätte ich ihn verloren… weißt du, eine neue Frau ist eine neue Sache, und ich weiß, dass es für ihn unmöglich ist, ihr gegenüber anders zu fühlen als heute, dennoch lässt es mein Herz SCHMERZEN, wenn ich daran denke, dass ich nicht dieselbe Liebe habe, aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie sich zur Zuneigung verringern wird, so wie es in meinem Fall ist, denn du weiß ja, die Flitterwochen können nicht ewig andauern, zumindest wenn du es jetzt nicht weißt, wirst du es irgendwann wissen.

Ich denke, dass sich MARGARET vielleicht SCHLECHTER FÜHLT als ich, denn sie war die letzte und vermutlich dachte sie, dass er keine weitere bekommen würde, so wie ich es auch dachte, und ein Unglück kommt selten allein, weißt du…

Aber entschuldige, dass ich so lange auf diesem Thema verweile, ‚wovon das Herz voll ist, des läuft der Mund über’ und ich vergaß mich.“ (Brief von Ellen Spencer Clawson an Ellen Pratt McGary geschrieben, gedruckt in ‚Dear Ellen’: A Utah California Correspondence, 1856-1857, von S. George Ellsworth; von The Western Humanities Review neugedruckt, Frühjahr 1959, S. 214-215)

 

Kimball Young gab folgende interessante Information:

„Als James Hunter seine zweite Frau nahm, konnte die erste, die das Paar zum Endowmenthaus zur Zeremonie begleitet hatte, nicht schlafen und ging die ganze Nacht auf und ab, während sie daran dachte, wie ihr Ehemann in den Armen seiner neuen Braut lag…

Eine Person, die in einem polygamen Haushalt und in einer Stadt erzogen wurde, in der es eine Menge Vielehehaushalte gab, erzählte folgende Geschichte: ‚Es gab eine echte Tragödie in der Polygamie, an die ich mich erinnere. Eines Abends brachte ein Mann eine zweite Frau nach Hause. Es war im Winter und die erste Frau war sehr außer sich. In jener Nacht  kletterte sie auf das Dach und erfror zu Tode.“ (Isn't One Wife Enough? S. 147-48)

 

Die erste Frau Herbert Winslows machte folgende Aussage über ihr Leben in der Polygamie: „Drei von uns lebten ein Jahr lang im selben Haus. Ich sagte, dass ich es nicht mehr aushalten könnte, ich würde meinen Verstand verlieren. Ich konnte nicht mit ansehen, wie er die anderen liebkoste. O, er musste ihnen ein wenig Zuneigung zeigen… Nein, er ließ mich nie unbeachtet, aber ich konnte es nicht ertragen. Obwohl ich nicht zu der eifersüchtigen Sorte zähle.“ (ebenda, S. 201)

 

Einmal wurden die Umstände so schlecht in Brigham Youngs Familie, dass er das Angebot machte, alle Frauen freizugeben:

 

"Nun zu meinem Vorschlag; er ist besonders an meine Schwestern gerichtet, da es häufig passiert, dass Frauen sagen, dass sie UNGLÜCKLICH seien. Männer werden sagen: 'Meine Frau hat, obwohl sie eine ausgezeichnete Frau ist, NOCH KEINEN GLÜCKLICHEN TAG GESEHEN, SEIT ICH MEINE ZWEITE FRAU NAHM.' 'Nein, KEINEN EINZIGEN GLÜCKLICHEN TAG SEIT EINEM JAHR', sagt jemand; und eine andere HAT SEIT FÜNF JAHREN KEINEN GLÜCKLICHEN TAG GESEHEN. Man sagt, dass Frauen festgebunden und misshandelt werden; dass sie missbraucht werden und nicht die Freiheit haben, die sie haben sollten; dass viele von ihnen DURCH EINE VOLLKOMMENE FLUT VON TRÄNEN WANDERN,…

Ich möchte, dass meine eigenen Frauen verstehen, dass das, was ich sagen werde, für sie genauso gilt wie für andere, und ich möchte, dass diejenigen, die hier sind, es ihren Schwestern erzählen, ja, allen Frauen dieser Gemeinschaft, und dann schreibt es an die Staaten und macht damit was ihr wollt. Ich gebe euch die Zeit von diesem Zeitpunkt an bis zum 6. des nächsten Oktober zum Nachdenken, damit ihr euch entscheiden könnt, ob ihr bei euren Ehemännern bleiben möchtet oder nicht und danach werde ich JEDE FRAU FREIGEBEN und ihnen sagen: Geht jetzt eures Weges! MEINE FRAUEN UND DIE ÜBRIGEN, geht eures Weges! UND MEINE FRAUEN werden eines von zwei Dingen tun müssen: Entweder sie müssen ihren Rücken krümmen, um die Leiden dieser Welt zu ertragen und ihre Religion zu leben, ODER SIE KÖNNEN WEGGEHEN, denn ich will sie nicht um mich haben. Ich werde lieber allein in den Himmel gehen als ZANK UND STREIT UM MICH HERUM zu haben. ICH WERDE ALLE FREIGEBEN. 'WAS, AUCH DIE ERSTE FRAU?' JA, ICH WERDE EUCH ALLE FREIGEBEN...

Ich möchte, dass meine und Bruder Kimballs und Bruder Grants Frauen weggehen, und jede Frau in diesem Territorium, es sei denn, dass sie in ihren Herzen sagen, dass sie das Evangelium umarmen wollen, und zwar das ganze,... sagt euren Frauen: 'Nehmt alles, was ich habe und seid frei; aber wenn ihr bei mir bleibt, so sollt ihr das Gesetz Gottes befolgen und zwar OHNE JEGLICHES MURREN UND WIMMERN. Ihr müsst das Gesetz Gottes in jeder Hinsicht erfüllen und eure Rücken beugen und OHNE JEGLICHES GRUNZEN BIS ZUR MARKIERUNG GEHEN.'

Nun denkt daran, dass ich euch in zwei Wochen von morgen an gerechnet freigeben werde. Aber die erste Frau wird sagen: 'Es ist hart, denn ich habe zwanzig oder dreißig Jahre lang bei meinem Mann gelebt und eine Familie mit Kindern für ihn großgezogen und es ist für mich eine große Prüfung, dass er noch mehr Frauen hat.' Dann werde ich sagen, dass ES ZEIT SEI, DASS DU IHN AUFGIBST UND ANDEREN FRAUEN ZUR VERFÜGUNG STELLST, DIE KINDER GEBÄREN WERDEN. Wenn meine Frau mir alle Kinder geboren hätte, die sie je hätte gebären können, würde mich das celestiale Gesetz lehren, JUNGE FRAUEN ZU NEHMEN, die Kinder haben würden...

SCHWESTERN, ICH MACHE KEINEN SPASS. Ich werfe nicht meinen Vorschlag hinaus, um mit euren Gefühlen zu spielen, um zu sehen, ob ihr eure Männer verlassen werdet, alle oder irgendjemand von euch. ABER ICH WEISS, DASS ES KEIN ENDE DES EWIG WÄHRENDEN WIMMERNS VIELER FRAUEN IN DIESEM TERRITORIUM GEBEN WIRD. Ich bin davon überzeugt, dass dies der Fall ist. Aber wenn sich die Frauen von den Geboten Gottes abwenden und damit fortfahren werden, die Ordnung des Himmels zu verachten, werde ich beten, dass der Fluch des Allmächtigen ihnen dicht auf den Fersen sein möge und dass er sie den ganzen Tag lang verfolgen möge...

Bereitet euch zwei Wochen lang von morgen an gerechnet darauf vor und ich werde euch jetzt sagen, wenn ihr bei euren Ehemännern bleibt, nachdem ICH EUCH FREIGEGEBEN HABE, SO MÜSST IHR EUCH DEM BEUGEN und euch dem CELESTIALEN GESETZ UNTERWERFEN. Nach den zwei Wochen von morgen an gerechnet könnt ihr gehen, wohin ihr wollt, aber denkt daran, dass ICH NICHTS MEHR VON DIESEM WIMMERN HÖREN MÖCHTE." (Predigt Brigham Youngs, Journal of Discourses, Bd. 4, Seite 55-57; auch in Deseret News, Bd. 6, Seite 235-236 abgedruckt)

 

Heber C. Kimball, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, bot ebenfalls an, seine Frauen freizugeben: „Wie lange ist es her, seit Bruder Brigham anbot, all die Frauen in diesem Territorium zu entlassen, die entlassen werden wollten? Auf der letzten Oktoberkonferenz. Die Frau, die frei sein wollte und die Freiheit, die gegeben war, nicht wahrnahm, ist zu tadeln; und ich sage allen MEINEN, DIE GEHEN WOLLEN, GEHT, und ich werde euch jedes Schreiben geben, das ihr wollt; und außerdem werde ich euch die Mittel geben, die euch helfen werden fort zu kommen. (Journal of Discourses, Bd. 5, Seite 274)

 

Jedediah M. Grant, zweiter Ratgeber zu Brigham Young, machte folgende Aussage: „"Und wir haben Frauen hier, die alles lieben, nur nicht das celestiale Gesetz Gottes, und wenn sie das Tau zur Kirche Christi durchschlagen könnten, SO GIBT ES KAUM EINE MUTTER IN ISRAEL, DIE ES HEUTE NICHT TUN WÜRDE. Und sie sagen es ihren Männern, ihren Töchtern und ihren Nachbarn und SIE HABEN NICHT EINE WOCHE GLÜCKLICHSEIN ERLEBT, SEIT IHR EHEMANN EINE ZWEITE FRAU NAHM." (Deseret News, Bd. 6, Seite 235; auch Journal of Discourses, Bd. 4, S. 51)

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Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
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