MARTHA MCBRIDE KNIGHT

Martha McBride heiratete 1826 Vinson Knight im Alter von einundzwanzig. Acht Jahre später, während sie im Staat New York lebten, traf das Paar Joseph Smith und zusammen schlossen sie sich der Kirche an. Im Frühjahr 1835 verkauften Martha und Vinson ihr Eigentum und schlossen sich den Heiligen in Kirtland an. Da er dachte, dass er die Wahrheit gefunden hätte, schrieb er einen Brief an seine Mutter: „Nun, du denkst, dass deine Priester heilig sind… Ich weiß, dass das Fundament, auf dem du stehst, in den Augen Gottes ein Gräuel ist.“ Er fuhr fort: „… wir sind mit dem Vorrecht gesegnet, in Versammlungen zu gehen, wie wir sie nie zuvor hatten.“

1841 waren Martha und Vinson in Nauvoo, wo Vinson zum Bischof einer der drei Gemeinden Nauvoos berufen wurde. Ungefähr zur selben Zeit lehrte Joseph Vinson die Lehre von der Vielehe und er nahm bald eine zweite Frau, Philinda Merrick. Mitte 1842 wurde Vinson krank. Joseph Smiths Tagebuch berichtet: „Brd. Knight ist eine Woche lang krank gewesen und heute Morgen begann es sehr schnell mit ihm bergab zu gehen, bis um 12 Uhr der Tod seinen Leiden ein Ende machte.“

Weniger als einen Monat nach Vinsons Tod heiratete Martha Joseph Smith. Die Einzelheiten über die Heirat und das nachfolgende Eheleben mit Joseph sind spärlich. Joseph erkundigte sich über Marthas siebzehnjährige Tochter Almira und fragte sich, ob sie bereit wäre, eine Vielehefrau seines Bruders Hyrum zu werden. Martha diskutierte das Thema mit ihrer Tochter, aber Almira entschied sich stattdessen einen anderen Mann zu heiraten und Nauvoo und die Entfaltung der Polygamie zu verlassen. Marthas andere Tochter, Adaline, folgte den Fußstapfen ihrer Mutter, indem sie in die Polygamie eintrat. Viele Jahre später erhielt Martha einen Brief von Almira, in dem sie ihre Besorgnis über die Polygamie erörterte: „Ich kann nie [Polygamie] gut finden, denn [sie] hat meiner Schwester & ihrer Familie ihrer gerechten Rechte durch Trennung beraubt… es ist mehr als das Gesetz erlaubt & was noch schlimmer ist, geteilte Liebe, schlimmer als alles, hätte mich in sehr kurzer Zeit getötet, aber Gott verschonte mich; mein Herz blutet für sie… schreibe bald; deine liebende Tochter…“ Da Almira ihre Schwester in diesem Brief erwähnt, wusste sie vielleicht nicht, dass ihre Mutter eine Vielehefrau Joseph Smiths war.

Nachdem Joseph Smith 1844 getötet war, ließ Martha sich ihr Haar schneiden, das sie ihr Leben lang in einem Kästchen als Schatz aufbewahrte. Einige Monate später heiratete sie Heber C. Kimball. Martha schloss sich der Auswanderung westwärts nach Utah an und baute Freundschaften mit etlichen ihrer „Schwesterfrauen“ auf. Einige Monate lebte sie mit drei von Hebers neununddreißig Frauen in Salt Lake City, obwohl sie die meiste Zeit ihres Lebens bei Verwandten in Ogden und im Gebiet der Weber-Grafschaft lebte und im Grunde von Heber getrennt lebte.

Einmal schrieb sie in einem Brief an ihre Tochter Adaline: „dir alle meine Gefühle zu erzählen wäre schwierig, aber ich fühle mich irgendwie wie ein Wanderer, denn ich habe in Wahrheit kein Heim auf Erden. Ich weiß weder wohin ich gehen noch was ich tun soll. Ich habe niemanden, auf den ich schauen kann, außer allein auf den Herrn… Ich vertraue ihm und verzage nicht.“ Martha starb 1901.


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Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
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