RUTH VOSE SAYERS

 

Ruth Vose wurde 1808 in der Nähe von Boston, Massachusetts, geboren. Sie stand ihrer Tante Polly sehr nahe und sie arbeiteten zusammen in Pollys Polstergeschäft in Boston. Obwohl sie schon 1832 mit der Kirche bekannt war, schloss sich Ruth schließlich am 14. August 1836 an. Unter diesem Tag schrieb der Boston-Missionar Brigham Young in sein Tagebuch: „Ich predigte am Vormittag… am Nachmittag kehrte ich dann nach Boston zurück. Ich taufte… Ruth Vose.“ Mitglieder, die sich der Kirche um diese Zeit anschlossen, versammelten sich typischerweise in Kirtland, Ohio, aber Ruth entschied sich, in Boston zu bleiben, um in anderer Weise unterstützend zu wirken. Die Biographin Emmeline Wells schrieb: „Während des Baus des Kirtland-Tempels, obwohl sie in Boston wohnte, spendete sie bis zu seiner Errichtung jeden Dollar, den sie verdiente, außer dem, was sie für ihren nackten Lebensunterhalt benötigte“. Und auch: „Die Ältesten der Kirche, während sie in die Oststaaten reisten, waren die Empfänger von [Ruths] grenzenloser Großzügigkeit.“

Anfang 1841 wurde folgende Notiz in der Kirchenzeitung The Times and Seasons gedruckt: „VERHEIRATETIn St. Louis, Mo., am 23. Jan…. Mr. E. Sayers und Miss Ruth D. Vose, früher Boston, Mass.” Ruth und ihr neuer Ehemann, Edward Sayers, machten ihren Weg nach Nauvoo und kamen irgendwann 1841 an. Sie zogen in ein Heim und auf eine Farm direkt nördlich von Nauvoo. Im August 1842 wurde Joseph Smith eingesperrt, aber er entkam bald und versteckte sich. Smiths Sekretär, William Clayton, berichtete, dass Smith eine kurze Entfernung den Mississippi-Fluss hinauf schwamm und dann „durch den Baumbestand zu Bruder Sayers Haus ging, wo [er] sehr freundlich aufgenommen und willkommen geheißen [wurde].“ Einige Tage später besuchten eine Gruppe von Freunden, darunter Josephs Frau Emma, Joseph im Heim der Sayers: „Wir kamen bald bei Bruder Sayers Heim an und waren erfreut Präsident Joseph guter Dinge anzutreffen, obwohl er irgendwie krank war.“ Joseph blieb bei Ruth und Edward eine Woche lang und verlegte sein Versteck in ein anderes Heim in der Nähe.

Sechs Monate später, im Februar 1843, heiratete Ruth Joseph Smith. Typisch für Josephs andere Frauen, die schon Ehemänner hatten, lebte auch Ruth weiterhin bei Edward. Als Joseph Smith im Juni 1844 getötet wurde, befand sich Ruth in Boston und besuchte ihre Tante Polly und hörte von Josephs Tod durch einen Brief von ihrem Ehemann Edward. Heber C. Kimball, Wilford Woodruff und Brigham Young befanden sich in der Nähe von Boston auf Mission und besuchten Ruth. Zusammen kehrten sie nach Nauvoo zurück. Nach Joseph Smiths Tod heirateten viele seiner Frauen Brigham Young oder Heber C. Kimball und wanderten nach Utah aus. Ruth und Eward entschieden sich, nach Boston zurückzukehren, wo sie bis 1849 blieben. Nach 5 Jahren in Boston zogen Ruth und Edward nach Utah um und vereinigten sich mit alten Bekannten.

Ruths Nachruf 1884 liefert einen Schimmer von ihrem Charakter: „Groß und aufrecht in der Gestalt; ein Antlitz, dass immer menschliche Freundlichkeit ausstrahlte… Sie war eine Frau mit brillianten Mächten der Gesprächsführung… Sie wurde niemals müde, auf Evangeliumsthemen und den Tagen von Joseph und Hyrum zu verweilen.“

 

Das Thema Vielehe wird bei den Mormonen tabuisiert, obwohl sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur zentralen Lehre der Mormonenkirche gehörte.
Insgesamt waren schon 1 Besucher (68 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=